Polizeiakademie: Dr. Stefan Birkner und Kreis-FDP informieren sich über Polizeiausbildung

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PRESSEMITTEILUNG
Nr. 13/2017 vom 20.07.2017

Polizeiakademie in Nienburg wird erweitert / Dr. Stefan Birkner und Kreis-FDP informieren sich über Polizeiausbildung

Nienburg. Die Zukunft der Polizeiakademie Niedersachsen (PA) war jetzt Thema bei einem Besuch der FDP am Hauptsitz am Nienburger Schlossplatz. PA-Direktor Dieter Buskohl informierte die liberalen Kandidaten und Mandatsträger um Landeschef Dr. Stefan Birkner (Neustadt) über die Planungen rund um die Polizeiausbildung.

Dr. Stefan Birkner (Neustadt), als Innen- und Rechtspolitiker sowie ehemaliger Staatsanwalt mit der Materie vertraut, ließ sich von der PA-Führung erläutern, wie die Polizeiausbildung im Land organisiert ist. Besonders interessiert zeigte sich Birkner beim Thema Nachwuchsgewinnung. Grundsätzlich ist das Abitur Zugangsvoraussetzung für den direkten Einstieg für das Polizei-Bachelorstudium. Realschüler haben jedoch die Möglichkeit sich über den Besuch einer speziellen Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung für das PA-Studium zu qualifizieren. Etwa ein Fünftel der Studenten haben diesen Weg aktuell eingeschlagen, konnte Buskohl berichten.

Neben Nienburg verfügt die PA für den Bachelorstudiengang über größere Standorte in Oldenburg und Hann.-Münden mit insgesamt über 2.700 Studenten. Der seit 2007 genutzte Hauptsitz in Nienburg soll nach derzeitigen Planungen sukzessive ausgebaut werden. Neben der neuen Raumschießanlage gehören dazu vor allem die zusätzlichen Räume in der bisherigen Nordertorschule. „Die Stadt Nienburg hat ein Interesse daran, dass die Polizeiausbildung in Nienburg bleibt und weiter ausgebaut wird“, machte FDP-Stadtratsmitglied Heiner Werner klar, „die Verwaltung hat immer ein offenes Ohr für die PA.“ In Richtung Landespolitik gab Buskohl die Empfehlung, beim Ausbau der Ausbildungskapazitäten die bisherigen Standorte auszubauen statt einen zusätzlichen Standort zu schaffen. „Ein 4. Standort erhöht den Verwaltungsaufwand enorm“, erklärte Buskohl. In Nienburg werden ab 2018 zu den bisher 600 Studienplätzen weitere 200 dazu kommen.

Das dreijährige Bachelor-Studiums umfasst theoretische und berufspraktische Anteile, die genau aufeinander abgestimmt sind: Ein 12-monatiges Grundlagenstudium im 1. Studienjahr, ein 6-monatiges Vertiefungsstudium und zwei 3-monatige Praktika im polizeilichen Einzeldienst im 2. Studienjahr sowie ein 12-monatiges Schwerpunktstudium in den Bereichen Einsatz, Ermittlungen und Verkehr.

Ziel der Ausbildung ist, dass die PA-Studierenden nach dem ersten Jahr die grundlegenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt bekommen, die sich insbesondere an den Erfordernissen der Erstverwendung in der Sachbearbeitung des Einsatz- und Streifendienstes und des polizeilichen Ermittlungsdienstes ausrichten. „Am Ende des 1. Studienjahres müssen die Studierenden n der Lage sein, die Anforderungen in den Einsatz- und Ermittlungspraktika zu erfüllen“, so Buskohl.

Nienburg ist zudem auch der Standort für den Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung/Polizeimanagement“. Das 1. Studienjahr findet hier statt, anschließend erfolgt das Studium im 2. Jahr an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster. Der erfolgreiche Abschluss bildet dann die Voraussetzung für die anschließende Verwendung im ehemals genannten „höheren Polizeivollzugsdienst“. Zur gemeinsamen Durchführung des 1. Studienjahres hat Niedersachsen eine Kooperation mit der Polizei von Sachsen-Anhalt geschlossen, so dass auch Studierende von dort in Nienburg studieren.

Die Polizeiakademie hat überdies den gesetzlichen Auftrag zur Fortbildung der Mitarbeiter der Landespolizei Niedersachsen. Lebenslanges Lernen ist dabei Verpflichtung und Chance zugleich. „12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Schnitt pro Jahr durch die PA fortgebildet“, so Buskohl, „bei einer Personalstärke von über 25.000 Personen im Polizeidienst findet daher eine intensive Qualifizierung statt.“

Stolz ist die PA auch auf die 14 Spitzensportler in ihren Reihen, die Sonderkonditionen durch eine verlängerte Ausbildung erhalten, um dem Trainings- und Wettkampfbetrieb Rechnung zu tragen. Sie sind Aushängeschild für die gesamte Polizei und Werbung für den Beruf der Polizeibeamtin/des Polizeibeamten. Es gebe in Niedersachsen momentan mehr Bewerber als freie Stellen. Trotzdem lege die PA einen hohen Stellenwert auf die Nachwuchsgewinnung, um im Wettbewerb um die Schulabgängerinnen und –abgänger weiter erfolgreich zu sein. Lust auf den Beruf wecken und die Polizeiarbeit vorstellen, wolle die PA auch an ihrem Tag der offenen Tür am 28. Oktober 2017, heißt es abschließend in einer Mitteilung der FDP.